24 September 2020

Tarot 8. Die Gerechtigkeit




Prolog

Die 8. Tarotkarte „Die Gerechtigkeit“ gehört zu den am meisten
 missverstandenen Karten.
Jemanden einen „Gefallen“ zu tun, bedeutet nicht unbedingt ihm etwas Gutes zu tun. 
Wir bewerten dieses Gefallen, als "gut" und sind zufrieden und stolz.
Womöglich erwarten wir Dankbarkeit und sind der Meinung, wir haben „etwas gut“ bei der Person.
Nach all dem, was wir getan haben (Gutes) ist doch gerecht, das wir eine „Belohnung“ bekommen, 
dass auch uns Gutes entgegengebracht wird.
Dieses Denken ist nicht im Sinne der Tarot Gerechtigkeit.
Das alles interessiert sie nicht. Sie wirkt darüber hinaus.
Sie bewertet nicht und sie erwartet nicht. Auch die Natur bewertet nicht und erwartet nicht.
Kein Baum denkt: „ So, jetzt hast Du mir einen Zweig weggenommen,
 jetzt bin ich traurig und wachse nicht mehr“.
Die Gerechtigkeit im Sinne vom Tarot wirkt in anderen Maßstäben,
 die uns oft unverständlich bleiben und oft halten wir die Gerechtigkeit für ungerecht.
Selbst das Wort „Gefallen“ ist ambivalent: Durch mein Tun, meine „gute“ Absicht, 
kann jemand nicht weiter kommen, weil ich ihm die Chance allein mit bestimmter Sache fertig 
zu werden nehme und dadurch bleibt er stehen und wird gewissermaßen „gefallen“.
WEIß ist nicht nur weiß und SCHWARZ ist nicht nur schwarz.
 
 
 
 

8. Die Gerechtigkeit

oder die Zauberin, die in dem Fluss am Anfang der Zeit wohnt und 

den goldenen Faden beschützt



Der Verzweiflung kalter Blick schließt die Tore und treibt zu Untaten 

in dieser verworrenen Zeit. Wer daran glauben will, dass der Same 

aufgeht, dass den Bildern im Kopf ein Entrinnen möglich ist, dass sie 

umgewandelt werden können?

An Tagen wie diesen, an denen die Sonne erlischt, traut sich niemand 

nach draußen zu gehen, dort die Bestätigung für den fatalen Anblick zu

 finden, dass die Samen nicht aufgegangen sind, dass das ein Fluch ist, dass die

 Verfolgung nie enden wird.

 

Dämonen vergessen nie, sie kriechen aus ihren Löchern, sie rufen Dich nicht,

 sie warnen Dich nicht, sie finden Dich. Sie treten aus dem Schatten, kommen

 näher. Du siehst sie nicht, Du spürst sie kommen, sie sind immer da, sie

 lauern hinter jeder Ecke und hinter jeder Tür.

 

Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest? Wenn Deine Erinnerung,

 Deine geheime Matrix, bunte Schmetterlingswiese voller Wunder und nicht

 die Unsicherheit der kargen Berglandschaft wäre?

 

Jenseits des Sichtbaren ist die höhere Kraft allzeit am Wirken.

Die dunkelste Stunde und die ewige Nacht tragen Kleider voller Wärme und

 das Licht ragt aus der Ewigkeit in die Zeit hinaus.

 

Am Anfang gab es noch keine Namen.

Namen wie die Schuld, wie das Vergehen, wie das Vergessen, wie das
 Nichtwissen. Namen für die Liebe und für den Hass, für den Verrat und für die 
Vergebung. Namen wie Wertschätzung und Ablehnung, wie Freude und
 Schmerz.
 

Zuerst war die Unschuld da.

Erwartungen waren noch nicht geboren und der Samen hatte keine Träume,

 kannte kein Misslingen, keine Enttäuschung, keine Selbstzweifeln und keine

 Projektionen. Er war ganz bei sich und er war mit sich selbst im Reinen.

 

Am Anfang aller Dinge, an der Quelle beginnt der Fluss seinen Lauf und

 trägt die Samen weit ins Meer hinein. Der Same lauscht den lautlosen

 Klängen und wie ein Dichter, haucht den leeren Blättern das Leben ein und

wie ein Maler, mit allen Regenbogens Farben, malt seine besten Bilder.

Wie ein Sänger, mit einem Mal belebt er alles, was seine göttliche Stimme 

berührt.

 

 Hier, am Ufer des Flusses steht die Zeit still. Alles, was entsteht, wird

 irgendwann vergehen.

Es entsteht, es folgt den Spuren im Sand und Schnee, es fließt mit den

 Rhythmen der Natur.

Aufbruch, Wachstum, Blüte, Ernte, Stille. 

 

Der Same geht den eigenen Weg. Manchmal sieht es von außen so aus,

 als ob Gegenteil der Fall wäre; der Schein trügt.

Der Same macht eigene Erfahrungen und wenn Menschen „Fehler“ sagen,

 meinen sie eigene Fehler, eigene Unzulänglichkeiten und das wissen sie

 nicht. Wenn Menschen „Fehler“ sagen, nehmen sie sich selbst etwas weg

 und auch das wissen die Menschen nicht.

 

Wenn sie „Fehler“ sagen, berühren sie das Kostbare, sie berühren den

 Schatten des goldenen Fadens, der zu dem Haus von Freude und Kreativität

 führt und sie ahnen es nicht.

 

Sie denken, sie urteilen über andere, aber sie irren sich.

Sie sprechen es aus und sie geben ein Urteil über sich selbst. Sie denken, das

 macht sie größer, sie stehen besser da und sie wissen es nicht, dass dies sie

 kleiner werden lässt. Sie bewerten und jede Bewertung verdunkelt das

 goldene Licht der Sonne. Bewertungen loszulassen, Kontrolle aufzugeben

 und im Vertrauen zu fließen, bedeutet, die Blüte in ihren göttlichen Rhythmus

 von Werden und Vergehen zu lassen.

 

Die Gerechtigkeit kennt keine Namen.

Namen, wie Recht und Unrecht, wie Strafe und Belohnung.

Sie kennt die Samen und sie kennt die Früchte, die aus den Samen wachsen
 werden.

Die Gerechtigkeit bewertet nicht, sie schaut nicht zurück in die

 Vergangenheit, auf das, was nicht gedeihen wird und kleiner werden lässt.

Sie schaut nicht zurück, sie blickt tief ins Innere zu dem verborgenen Wissen.

 

Verabschiede die Samen, die nicht keimen werden. Schau nach vorne, zu dem

 goldenen Faden im Hause der Freude und der Kreativität und Du wirst nie mehr 

nach Gerechtigkeit fragen.


Grażyna Jansen




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Ich freue mich auf Euch!



Grażyna
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1 Kommentar:

  1. Die wahre Gerechtigkeit richtet nicht.
    Mögen wir daraus lernen.... Danke für deinen Post liebe Grażyna.
    Leider ist mein erster Kommentar hier nicht angekommen.
    Alles Liebe.
    Gruß Helga

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